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Entdecken Sie die Türkei!
Strandurlaub, einsame Berge und Seen - Zeugnisse einer vieltausendjährigen Geschichte
Die
Tulpen stammen nicht aus Holland, sondern aus der Türkei. Der Garten
Eden soll in Südostanatolien gelegen haben. Eine der ältesten bekannten
menschlichen Siedlungen liegt im zentralanatolischen Çatal Hüyük. Sie
datiert aus dem 7. Jahrtausend v. Chr. und ist damit so alt wie
Jericho. Es waren die frühzeitlichen Bewohner Anatoliens, die sich
vermutlich als Erste vor fast 4000 Jahren der Schrift bedienten. Hätten
Sie's gewusst?
Lage
Südosteuropa/Kleinasien.
Fläche
773.473 qkm.
Bevölkerungszahl
74.709.410 (2006).
Bevölkerungsdichte
97 pro qkm.
Hauptstadt
Ankara. Einwohner: 3.579.710 (2006).
Staatsform
Republik seit 1923. Verfassung von 1982, letzte Änderungen 2002. Einkammerparlament (Türkiye Büyük Millet Meclisi)
mit 550 Mitgliedern, die alle fünf Jahre direkt gewählt werden. Die
Nationalversammlung wählt den Präsidenten auf sieben Jahre. Unabhängig
seit 1923.
Geographie
Die Türkei grenzt im Nordosten an das Schwarze Meer und
Georgien, im Osten an den Iran, im Südosten an den Irak, im Süden an
Syrien und das Mittelmeer, im Westen an das Ägäische Meer und im
Nordwesten an Griechenland und Bulgarien. Kleinasien (oder Anatolien)
umfasst 97% des Landes und liegt auf einer großen, breiten Halbinsel,
die von Osten nach Westen 1650 km breit und von Norden nach Süden 650
km lang ist. Die Pontic-Bergkette im Norden und die Taurus-Bergkette im
Süden umschließen das zentrale Plateau Anatoliens und gehen dann in das
riesige Gebirgsgebiet im Osten des Landes über. Hier entspringen die
Flüsse Euphrat und Tigris.
Sprache
Amtssprache ist Türkisch. Im Südosten der Türkei wird
teilweise Kurdisch gesprochen, außerdem hört man mitunter Arabisch,
Griechisch und Armenisch. In Städten und Touristenorten wird oft
Deutsch gesprochen, daneben Englisch und Französisch.
Religion
Islam (99,8%, meist Sunniten); christliche und jüdische Minderheit.
Kommen Sie in die Türkei, sehen Sie, und lassen Sie sich
überraschen! In kaum einem anderen europäischen Urlaubsland können
Besucher eine solche Fülle von Kontrasten erleben: landschaftlich,
gesellschaftlich, historisch und politisch. Geografisch liegt die
Türkei in einer Zwischenlage zwischen Orient und Okzident - der
Bosporus bildet die Grenze.
Die Regionen sind an
Variantenreichtum kaum zu übertreffen. Ein Querschnitt entlang der
West-Ost-Achse führt von den Getreidefeldern Thrakiens auf der
europäischen Seite über die romantischen Buchten der Ägäisküste vorbei
an den kalten Seen und schneebedeckten Bergmassiven der anatolischen
Hochlagen durch fruchtbare Täler bis zu den vulkanischen Alpen
Kurdistans an der östlichen Grenze. Von Nord nach Süd geht es von den
waldreichen Berghängen des pontischen Taurus am Schwarzen Meer über die
gewaltige anatolische Steppe und die Mondlandschaft Kappadokiens zur
Gebirgsscheide des Taurus, bevor man die Strände der südlichen
Mittelmeerküste erreicht.
Anatolien wurde jahrtausendelang
von den zwischen Ost und West hin- und herziehenden Völkern,
Heerscharen und Religionen geprägt - auf ihrem Weg durch die Türkei
werden Sie oft die gleichen Routen benutzen wie die Kreuzritter oder
die Karawanen auf der Seidenstraße. Hethiter, Griechen, Römer,
Byzantiner, Seldschuken, Mongolen, Kreuzritter und Osmanen hinterließen
in Anatolien ihre bis heute sichtbaren Spuren.
Die Türkei
hat jedem Reisenden etwas zu bieten: dem Strandurlauber 1500 km Ägäis-
und Mittelmeerküste mit - immer noch - vielen einsamen Buchten und dem
saubersten Wasser Südeuropas. Naturfreunde finden eine unerhört
artenreiche Flora und Fauna vor. In Naturparks haben so seltene Tiere
wie der anatolische Gepard oder das Wildpferd überlebt. An einigen
Mittelmeerstränden brüten die letzten Exemplare der Meeresschildkröte
Caretta caretta.
Auch Sportfreunden steht eine große
Auswahl offen. Für Wanderer gibt es Mittel- und Hochgebirge bis zu
5000 m Höhe, für Wintersportler eine wachsende Zahl erschlossener
Skigebiete und für Taucher schillernde Reviere vor der Mittelmeerküste.
Urlauber
mit gehobenen Ansprüchen können sich in üppige 5-Sterne-Anlagen
zurückziehen. Selbst beim Golf ist die türkische Riviera mittlerweile
dabei, etablierten Adressen wie der portugiesischen Algarve den Rang
abzulaufen. Individualreisende finden in der Weite des anatolischen
Hochlandes und in der abgeschiedenen Bergwelt des Ostens Dörfer, in die
sich nur selten ein Fremder verirrt.
Den
Geschichtsinteressierten öffnet sich in der Türkei das größte
Freilichtmuseum der Welt. Nicht einmal in Griechenland selbst können
mehr Zeugnisse der griechischen Antike bewundert werden als in
Kleinasien. Hinzu kommen die Kirchen, Paläste und Burgen der
byzantinischen Kaiser (4.-15. Jh.) und die prachtvollen
Hinterlassenschaften aus islamisch-osmanischer Zeit (16.-19. Jh.), etwa
die großartigen Moscheen des Hofarchitekten Sinan in İstanbul und
Edirne oder die Medresen, die Religionsschulen, von Konya.
Außer
Israel gibt es kein Land, das so viele Reiseziele für christliche
Pilger und theologisch Interessierte bietet wie die Türkei. In Antakya
(Antiochia) an der syrischen Grenze sollen sich die Anhänger Jesu den
Namen »Christen« gegeben und Paulus seine Mission begonnen haben. Maria
und der Apostel Johannes sollen in Ephesos gestorben sein - daran
erinnern zwei byzantinische Kirchen. In den Tuffsteinhöhlen
Kappadokiens hielten sich die frühen Christengemeinden vor der
Verfolgung durch die Römer versteckt.
Warum auch immer Sie
in die Türkei reisen - Sie werden auf herzliche, dem Fremden gegenüber
neugierige Menschen treffen. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft
der Türken ist gerade für deutsche Besucher oft beschämend. Es kann
passieren, dass Passanten zu Ihnen ins Auto steigen, Sie zu der von
Ihnen gesuchten Adresse bringen und anschließend wieder 2 km
zurücklaufen.
Die beste Jahreszeit für einen Türkeibesuch
ist die Badesaison von April bis Ende Oktober. Doch mittlerweile haben
die großen Hotels an der Südküste ganzjährig geöffnet, weil sich viele
Gäste aus Mitteleuropa auch bei zwölf Grad Durchschnittstemperatur und
Sonnenschein über einen çay, ein Glas Tee, unter freiem Himmel
begeistern können. Die Sommer sind am Mittelmeer heiß, aber selten
unerträglich. Im anatolischen Hochland und in der Osttürkei kommt zur
großen Hitze die Trockenheit hinzu. Die Winter wiederum sind dort
schneereich und bitterkalt. Im Winter, der sich bis in den April
hinziehen kann, fällt auch in İstanbul regelmäßig Schnee.
Am Schwarzen
Meer wird das Wetter zu jeder Jahreszeit von einem regenreichen,
feuchtwarmen Klima bestimmt.
Was Sie auf den übervollen
Tischen der Wochenmärkte sehen, stammt fast alles aus dem eigenen Land.
Trotzdem gehören die Bauern - nicht nur diejenigen kurdischer
Abstammung - zu den Ärmsten der Gesellschaft. Drei Viertel von ihnen
besitzen kein eigenes Land und müssen für Großgrundbesitzer schuften.
Knapp die Hälfte der Erwerbstätigen ist in der Landwirtschaft
beschäftigt, wo trotz fortschreitender Mechanisierung Esel und Maultier
noch unentbehrliche Dienste leisten.
Dennoch hat die industrielle
Produktion in den vergangenen Jahren einen großen Sprung nach vorne
gemacht. Ob Elektronik, Haushaltstechnik, Computer, Autos (Lizenzen aus
Japan und Deutschland) oder feine Herrenmode - das Siegel made in
Turkey wird in der Welt nicht mehr belächelt.
Zwar liegen
nur drei Prozent des 814 000 km² großen Landes in Europa, die Türken
verstehen sich dennoch als Europäer. Entscheidenden Anteil an dieser
Haltung hat der Republikgründer Mustafa Kemal »Atatürk« (Stammvater der
Türken). Er wollte mit der orientalischen Vergangenheit des Landes
brechen und den Anschluss an die europäischen Nationen schaffen. Er
führte das lateinische Alphabet und europäisches Recht ein und
verbannte die Religion aus dem öffentlichen Leben.
Doch
heute, über 60 Jahre nach dem Tod Atatürks, ist die Türkei immer noch
ein zweigeteiltes Land. Auf der einen Seite die modernen Metropolen
İstanbul, Ankara, İzmir und die westlichen Urlauberorte entlang der
Sonnenküste. Wie in Stuttgart oder Göteborg bestimmen dort Internet,
deutsche Automarken und amerikanisches Kino das Lebensgefühl junger
Leute. Auf der anderen Seite das völlig vernachlässigte, arme
Ostanatolien, wo die Säuglingssterblichkeit doppelt so hoch ist wie im
Landesdurchschnitt. Dort gelten archaische Traditionen wie das
kompromisslose Verständnis von Ehre weiter fort.
Mag die
Politik auch in dem Glauben an überkommene Rezepte erstarrt sein, die
junge Generation der Türken hat ihre eigene Dynamik entwickelt und
sorgt dafür, dass ihr Land wenigstens äußerlich den Anschluss an Europa
behält. In İstanbul können Sie so leben wie in Frankfurt oder Rom,
können Cappuccino statt türkischen Mokka trinken, und in den Pubs der
Großstädte trifft sich eine kosmopolitische urbane Mittelschicht, gut
ausgebildet und mit guten Fremdsprachenkenntnissen. Sie ist die
Hauptträgerin der Reformen, die Ankara seit 2002 verabschiedet.
Machen
Sie sich darauf gefasst, dass Ihnen unterwegs so manches Vorurteil über
die Türkei abhanden kommt. Lassen Sie sich überraschen. Entdecken Sie
die Türkei!
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