| Schweiz - Überblick |
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Entdecken Sie die Schweiz!Tun Sie das! Obwohl es die Schweiz, Schweizerinnen und Schweizer eigentlich gar nicht gibt
Wir
sagen erst einmal artig »Hallo!« und kommen gleich mächtig in
Schwierigkeiten. Es ist nämlich eine nicht aus der Welt zu schaffende
Mär, dass alle Schweizer zur Begrüßung ein herzliches »Grüezi mitenand«
in den Raum werfen. Ein für allemal: Sie tun es nicht! Sie sagen tschou
und tschüss, ciao und hoi, sali, salü zämä - und wir sind mittendrin im
Schlamassel! Denn auch im deutschsprachigen Teil der Schweiz wird nicht
einfach Schweizerdeutsch gesprochen, sondern verschiedene Dialekte.
Reisenden wird das Einpauken der Höflichkeitsformeln also nicht gerade
leicht gemacht, aber wer die Ohren offen hält, kann sicher das eine
oder andere Wort aufschnappen.
Fläche Bevölkerungszahl Bevölkerungsdichte Hauptstadt Staatsform Geographie Sprache Religion Ortszeit Differenz zu Mitteleuropa beträgt im Winter und im Sommer jeweils 0 Std. Netzspannung
Der Schweizer Bundesstaat besteht aus 23 beziehungsweise 26
Kantonen - je nachdem, ob man die dreimal zwei Halbkantone als
eigenständig ansieht oder nicht. Die Schweizer Kantone heißen in
alphabetischer Reihenfolge: Aargau, Appenzell-Außerrhoden,
Appenzell-Innerrhoden, Basel-Land, Basel-Stadt, Bern, Freiburg
(Fribourg), Genf (Genève), Glarus, Graubünden, Jura, Luzern, Neuenburg
(Neuchâtel), Nidwalden, Obwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, St.
Gallen, Tessin (Ticino), Thurgau, Uri, Waadt (Vaud), Wallis (Valais),
Zürich und Zug. Die Kantone senden Vertreter in den so genannten
Ständerat, der - vergleichbar dem Senat in den Vereinigten Staaten von
Amerika - das Oberhaus des eidgenössischen Parlaments bildet. Die
Volkskammer dieses Parlaments heißt Nationalrat. In ihn werden alle
vier Jahre 200 Abgeordnete gemäß dem Einwohnerverhältnis der einzelnen
Kantone gewählt. Eine politische Besonderheit, die in der Schweiz
häufig genutzt wird, ist das Referendum. Der Volksentscheid beruht auf
dem Gedanken, dass sämtliche Gesetze der Volksabstimmung zu
unterbreiten sind (»obligatorisches Referendum«) oder dass eine
bestimmte Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern einen solchen
Volksentscheid über parlamentarisch beschlossene Gesetze verlangen kann
(»fakultatives Referendum«).
Die beiden legislativen
Kammern (Nationalrat und Ständerat) bilden gemeinsam die
Bundesversammlung. Die Kammern tagen viermal jährlich getrennt.
Gemeinsam kommen sie dagegen zur Wahl des Bundesrates, des
Bundespräsidenten, des Bundesgerichts, zur Ausübung des
Begnadigungsrechts und zur Entscheidung von
Zuständigkeitsauseinandersetzungen zusammen. Der Bundesrat, in den die
Bundesversammlung sieben Mitglieder auf vier Jahre bestimmt, ist das,
was man in anderen Ländern die Regierung nennt. Der jährlich im
Dezember alternierend aus dem Kreis der sieben Bundesräte gewählte
Bundespräsident übernimmt für ein Jahr die Funktion eines
Regierungschefs.
Ein paar Zahlen zur Eidgenossenschaft, die italienisch
Svizzera, lateinisch Helvetia und französisch Suisse heißt: Die Schweiz
liegt im südlichen Mitteleuropa und umfasst ein Fläche von 41 000 km².
Sie ist ein Gebirgsland, denn 60 Prozent ihres Territoriums entfallen
auf die Alpen. Das Mittelland macht 30 Prozent der Fläche aus, weitere
zehn Prozent zählt man zum Gebiet des Juras. 7,3 Mio. Menschen leben in
der Schweiz, zwei Drittel davon in städtisch geprägten Gebieten. Die
größten Städte sind Zürich (343 000 Ew.), Genf (180 000), Basel (170
000), Bern (127 000) und Lausanne (126 000). Knapp 4,1 Mio. Schweizer
sind erwerbstätig. Nur noch 4,2 Prozent der Schweizer verdienen ihr
Geld in oder mit der Landwirtschaft. Erwähnenswert ist dabei, dass
bereits jeder zehnte Bauernbetrieb nach biologischen Kriterien
wirtschaftet. 26 Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Industrie,
knapp 70 Prozent sind im Dienstleistungsbereich tätig. Eine wichtige
Einnahmequelle ist dabei der Tourismus: Immerhin 22 Mrd. Franken wurden
im vergangenen Jahr umgesetzt. In den Berggebieten arbeitet bereits
jeder Dritte im Tourismusbereich. Womit wir beim Fremdenverkehr wären.
Noch vor der Uhren- und Textilindustrie ist der Tourismus der
drittgrößte Wirtschaftszweig der Schweiz. Mehr als die Hälfte der
Buchungen kommt aus dem Ausland. An der Spitze der ausländischen
Feriengäste rangieren die Deutschen, beliebt ist die Schweiz als
Reiseziel aber auch bei Engländern, Belgiern und Nordamerikanern.
Zahlen
können nicht verdeutlichen, wie schön das Land ist. Und die Schweiz
kann geradezu schmerzend schön sein. Ein Sonnenuntergang am
Vierwaldstätter See, der Blick auf das Matterhorn, der illustre Weg von
der mondänen Glitzerwelt von St. Moritz über den Malojapass in die
ärmste Ecke der Schweiz bei Stampa kurz vor der italienischen Grenze,
die Rebberge bei Lausanne, der Jura mit seinen Freiberger Pferden, das
Emmental mit seinen mächtigen Bauernhöfen, Genf mit seinem so
zauberhaften Umland, Zürich mit seiner kulturellen Vielfalt, Biel oder
Bienne, wie die Westschweizer lieber sagen, mit den Enten und Schwänen
an der Uferpromenade, St. Gallen und seine Bratwurst, Davos und sein
»Zauberberg«; das Tessin, das schon so italienisch ist und doch mit
Italien nicht viel am Hut hat - Augenblicke, im buchstäblichen Sinn,
Momentaufnahmen. Die Schweiz ist wie ein andauernder Blick in ein
Kaleidoskop. Bunt klicken die Rauten und Kreise zu immer neuen Bildern
zusammen. Ständig entsteht ein neues Gesamtbild, das sich beim nächsten
Drehen, bei der nächsten Wendung wieder verändert. Die Schweiz ist
nicht zu fassen! Im übertragenen Sinn nicht, denn immer wenn auch der
häufige Besucher glaubt, jetzt kenne er das Land, tut sich eine neue,
manchmal nur winzige, geheimnisvolle Welt auf. Und auch im
tatsächlichen Sinn kann man die Schweiz nur schwer fassen, nur
lückenhaft beschreiben. Die Schweiz ist mehr als »einfach ein großer,
buckliger, massiver Felsen mit einer dünnen Grashaut«, wie der große
Mark Twain einst witzelte. Die Bergwelt der Alpen ist geradezu
bezaubernd.
»Mutter Helvetia« prägt auch jene, die schon
längst im Ausland leben: Der Theaterregisseur Luc Bondy, in Wien
lebend, aber 1948 in Zürich geboren, bekennt: »Ich komme heute immer
wieder in die Schweiz zurück: Das Engadin ist mein liebster Ferienort
überhaupt; die Luft dort inspiriert mich. Und ich mag an Zürich, dass
diese Stadt keine wirkliche Stadt ist, dass der Übergang zum Land
unklar ist. Wenn der Zürichsee vor einem Gewitter dunkel wird und die
Schwäne fahler, dann wird Zürich sogar mysteriös, traumhaft. Das sehe
ich von überall aus.« Und wer möchte das nicht immer mal wieder sehen?
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