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Entdecken Sie Irland!
Urige Pubs und gesprächige Iren, von Efeu umwucherte, uralte Ringforts, grüne Hügel und klares Wasser: eine Liebeserklärung
Failte
go Eireann: Willkommen in Irland. Irland, das sind seine Menschen und
Geschichten, seine Dörfer, Berge, Wälder und Flüsse, das Meer, Seen und
Quellen, seine pubs und stores, große und kleine Steinhäuser. Irland,
das sind Vergangenheit und Gegenwart, seine Politik, die Norden und
Süden trennt.
Lage
Westeuropa.
Fläche
70.280 qkm.
Bevölkerungszahl
4.065.630 (2006).
Bevölkerungsdichte
58 qkm.
Hauptstadt
Dublin (gälisch: Baile Atha Cliath). Einwohner: 1.030.430 (2006)
Staatsform
Republik seit 1937. Verfassung von 1937, letzte Änderung 1999. Zweikammerparlament: Repräsentantenhaus (Dáil Éireann) mit 166 Mitgliedern und Senat (Seanad Éireann)
mit 60 Mitgliedern. Seit 1921 selbständiges Dominion im Commonwealth
unter Abtrennung der 6 vorwiegend protestantischen Grafschaften
Ulsters. 1948 Austritt aus dem Commonwealth. 1949 Proklamation der
Irischen Republik. Irland ist EU-Mitglied.
Geographie
Die Republik Irland liegt im Nordatlantik und nimmt ca. 80%
der Fläche der Insel Irland ein. Im Nordosten wird sie vom britischen
Nordirland begrenzt. Die Irische See trennt die Insel von
Großbritannien. Im Süden und Südwesten bildet der Atlantik die
natürliche Landesgrenze. Die Inselgruppen Achill Islands und Aran
Islands gehören ebenfalls zum Staatsgebiet. Berge und Hügel umgeben die
Tiefebene im Landesinneren. Der 5600 km lange Küstenstreifen besteht
aus zerklüfteten Klippen, einsamen Sandstränden und vom Golfstrom
erwärmten Buchten.
Sprache
Amtssprachen sind Englisch und Irisch (Gaelic), das
zum gälischen Zweig der keltischen Sprachen gehört. Irisch wird nur
noch von einer Minderheit gesprochen (hauptsächlich im Westen).
Religion
91,6% Katholiken; außerdem 2,5% Anglikaner (Church of Ireland), Presbyterianer und Juden.
Naturliebhaber zieht es schon lange nach
Irland. Einsame Buchten, in denen nur das Gekreische der Seevögel und
das Wellenrauschen die Ruhe unterbrechen, Dörfer von sprödem Charme,
Küsten, an denen die Klippen steil in die Tiefe fallen. Bekanntschaften
sind schnell geschlossen, denn die Iren, diese melancholisch-heiteren
Geschichtenerzähler, sprechen jeden an. Standardthema ist das Wetter:
»Isn't it a nice day?« hört man bei Regen und Sturm, auf sonnigen Höhen
und in einsamen Tälern. Die Freude über die Schönheit ihres Landes
verbergen sie nicht.
Das feuchtmilde irische Klima schuf
eine unvergleichliche Landschaft. Rechts und links der holprigschmalen
Straßen identifiziert man auf Anhieb die viel besungenen »forty shades
of green«. Im lichten Schatten von Ahorn, Kiefer und jahrzehntealten
Baumriesen blühen Azaleen und Rhododendren, wachsen Farne und Gräser.
Fuchsienhecken säumen die Wege.
Failte go Eireann: Welcome
to Ireland - die Landessprachen sind Gälisch und Englisch. Die Angaben
darüber, wie viele Menschen heute noch in der Lage sind, die alte
keltische Sprache Gälisch zu verstehen und zu sprechen, sind höchst
unterschiedlich und bewegen sich zwischen fünf und zehn Prozent.
Daneben existieren eine ganze Reihe unterschiedlicher Dialekte:
Corkonisch wird zum Beispiel von den Corkonians, den Einwohnern Corks,
der zweitgrößten Stadt des Landes, gesprochen. Und das Corkonische, so
wird selbstbewusst dargelegt, ist verwurzelt mit dem Normannischen, dem
Altfranzösischen und dem Englischen des Mittelalters.
Die
Größe der irischen Städte ist eher bescheiden. Dublin, die Hauptstadt
des Landes, zählt um die 650 000 Einwohner (nur mit den zahlreichen
neuen Vorstädten und den umliegenden Kleinstädten kommt man auf die
rund 1,45 Mio., die gern von den Bewohnern angegeben werden), Cork etwa
160 000, und Limerick, die drittgrößte Stadt, zählt nur noch 80
000Einwohner. Die Städte haben einen höchst eigenwilligen Charme. Sie
besitzen - wie auch jedes Dorf - eine eigenständige Persönlichkeit,
erst in zweiter Linie Schönheit. Der schnellste Weg, diese
Persönlichkeit kennen zu lernen und zu entdecken, ist Nähe. Das heißt
für Irland: spazieren gehen und schauen, was auf den Straßen passiert,
wer sich mit wem trifft, wo und ab wann die Zeitung vom Straßenhändler
verkauft wird.
Ferien in Irland, das läuft oftmals auf
sportliche Betätigung hinaus. Die Iren lieben Golf und pitch and putt,
eine Miniversion des Golfs. Über 300 Golfclubs werden auf der Grünen
Insel gezählt, und man ist stolz darauf, dass sich im Umkreis von 30 km
stets ein Areal findet. Die Plätze im Landesinneren bestechen durch
ihre parkähnlichen Flächen, während die an der Küste atemraubende
Ausblicke erlauben.
Neben Naturschönheiten finden
Irlandreisende einen großen Reichtum an prähistorischen und
mittelalterlichen Kulturschätzen, nämlich alte Kirchen, Druidensteine,
aus der Bronzezeit stammende Grabkammern und Ruinen zahlloser Burgen
aus der Normannenzeit. Zu den herausragenden prähistorischen Zeugnissen
gehören Dun Aengus, ein Steinfort auf den Aran- Inseln, sowie eine
Grabkammer, mehr als 5000 Jahre alt, in Newgrange in der Grafschaft
Meath. Alljährlich am 21. Dezember offenbart sich hier ein bezauberndes
Lichtspiel, wenn durch eine Öffnung Sonnenstrahlen in das Innere der
Anlage fallen. Die frühe Christianisierung hinterließ ihre Spuren in
Mönchszellen, Hochkreuzen, Rundtürmen und Klosteranlagen. Um 1000 n.
Chr. entstand z. B. die Klostersiedlung in Glendalough (Grafschaft
Wicklow). Erhalten sind jedoch nur der Chor und das Kirchenschiff. Aus
dem 8. Jh. stammt das Gallarus Oratory, ein Gebetshaus auf der
Dingle-Halbinsel.
An den schönsten Stellen des Landes
erbauten britische Adlige vor weit mehr als 300 Jahren ihre mansion
houses, herrschaftliche Landsitze, die im Lauf der Zeit mit der sie
umgebenden Landschaft gleichsam zusammenwuchsen. Typisch sind ihre von
Efeu und Wein umrankten Eingangsportale, ihre hohen Sprossenfenster,
umrahmt von Stuck, ihre bruchsteingemauerten Stallungen und
turmgekrönten Wächterhäuschen, ihre Wintergärten in viktorianischem
Stil mit Mosaikfußböden und gusseisernen Verzierungen. Viele der
Herrenhäuser, Burgen und Schlösser haben heute ihre Tore einem
zahlenden Publikum geöffnet, dienen als Restaurants oder Hotels.
Originalgetreu ist meist das Interieur: mannshohe offene Kamine,
holzgetäfelte Bibliotheken, sanft geschwungene Freitreppen sowie mit
Antiquitäten ausgestattete Zimmer.
Eine Reise nach Irland
ist immer auch eine Reise mit einem anderen Zeitbegriff. »Als Gott die
Zeit machte, hat er genug davon gemacht«, schreibt Heinrich Böll in
seinem »Irischen Tagebuch«, was nichts anderes heißen soll, als dass
sich auch Urlauber für gemächliches Reisen Zeit nehmen sollen. Zum
Beispiel wenn der Schiffsverkehr auf eine kleine Insel erst am nächsten
Tag wieder aufgenommen wird oder wenn es regnet und der geplante
Ausflug ins Wasser fällt. Laut einer Anekdote, nach der ein Mexikaner
einen Iren fragte, welches das irische Wort für mañana (morgen) sei,
antwortete der Ire: »Wir kennen kein Wort, das solche Eile ausdrückt.«
Irland
im Frühjahr: Das sind riesige blühende, wild wachsende
Rhododendronbüsche, ausgedehnte Fuchsienhaine, sattgrün leuchtende
Wiesen, Vogelkolonien an den Steilküsten, ein Zauber des Lichts, der
sich jeder Beschreibung entzieht. Die Westküste Irlands lockt die
meisten Besucher an. Im Süden beeindruckt der Ring of Kerry, eine
atemraubend schöne Straße am Meer. Die Küste im mittleren Westen zeigt
sich rau mit ihren Kliffen und Bergen aus Granit und Quarz. Im Osten
gibt es sich lang hinziehende Dünenstrände und mit Heide bewachsene
Hochplateaus. Der Nordwesten wiederum ist Gaeltacht-Gebiet; hier finden
sich Hochmoore sowie ein Nationalpark inmitten einer unerschlossenen
Bergwelt.
Irland ist wie eh und je der Inbegriff für
saubere Luft, für unverdorbene Natur, für klares Wasser, für
Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Dennoch darf nichts darüber
hinwegtäuschen, dass Irland eine Insel mit vielen Problemen ist. Das
größte davon ist der Nordirlandkonflikt. Nach der Teilung des Landes
(1921) waren die daraus resultierenden Schwierigkeiten vorherzusehen.
Bis heute dauern die blutigen Unruhen in Nordirland an, und die
Anschläge der IRA (Irish Republican Army) dehnten sich lange auf London
und das europäische Festland aus. 1998 schien sich mit dem
Karfreitagsabkommen, das für Nordirland Autonomie und im Gegenzug eine
Entwaffnung der IRA vorsah, eine friedliche Lösung des Konflikts
abzuzeichnen. 2001 wurde ein Friedensabkommen von Splittergruppen der
IRA wieder gebrochen, von einer Stabilisierung der Lage kann nicht die
Rede sein.
Von inneririschen Problemen erfahren Besucher
nur am Rande. Weit gehend intakte dörfliche Gemeinschaften - in denen
tatsächlich jeder jeden kennt und Anteil am anderen nimmt - und die
sympathisch lebensbejahende Art der Iren rücken die dunklen Wolken in
die Ferne.
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