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Entdecken Sie Frankreich!
Lernen Sie ein Land kennen, das viel zu bieten hat - seine Menschen und seine Landschaften, seine Kultur und seine Geschichte
Frankreich
als geografischer Raum vereint in der Form des Sechsecks, von den
Franzosen l'Hexagone genannt, ganz unterschiedliche Landschaften. Die
Pariser mögen wie eh und je glauben, ihre Stadt sei der Nabel des
Landes und der Rest nichts als »Provinz«. Wahr ist, dass Frankreich mit
einer derartigen Fülle an Landschaften, regionalen Eigenarten
kultureller und geschichtlicher Art, sozialen, gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Besonderheiten aufwartet, dass es unmöglich ist, das
Land als Ganzes auf einer einzigen Reise auch nur einigermaßen kennen
zu lernen. Was man allerdings in allen Landesteilen mit Sicherheit
antrifft, ist eine Leichtigkeit des Seins, als Savoir-vivre in den
internationalen Sprachschatz übernommen, die unsere Begegnung mit
Frankreich zu einem Leib und Seele erfrischenden Erlebnis werden lässt.
Ob auf einer Autotour jede Nacht in einem anderen Hotelbett, drei
Wochen in einer Ferienwohnung am Meer, auf einer langen Radtour, mit
einem Hausboot auf den Kanälen durch Burgund oder auf einer Wanderung
in den Cevennen - immer wieder gibt es Augenblicke, in denen die Kunst
der Franzosen, dem Leben positive Seiten abzugewinnen, es lebenswert zu
machen, uns ansteckt.
Lage
Westeuropa.
Fläche
547.030 qkm.
Bevölkerungszahl
61.004.840 (2006).
Bevölkerungsdichte
112 pro qkm.
Hauptstadt
Paris. Einwohner: 2.141.840 (2006).
Staatsform
Republik seit 1875. Verfassung von 1958, letzte Änderung
2000. Zweikammerparlament: Nationalversammlung (577 Mitglieder) und
Senat (321 Mitglieder). Der Präsident wird direkt auf sieben Jahre
gewählt. Frankreich ist EU-Mitglied.
Geographie
Frankreich ist das flächenmäßig größte Land der EU. Es grenzt im Norden an den Ärmelkanal (La Manche),
im Nordosten an Belgien und Luxemburg, im Osten an Deutschland, die
Schweiz, Italien und Monaco. Im Süden wird Frankreich vom Mittelmeer
begrenzt, im Südwesten von Spanien und Andorra und im Westen vom
Atlantischen Ozean. Die Insel Korsika liegt im Mittelmeer nördlich der
italienischen Insel Sardinien. Die landschaftliche Vielfalt reicht von
den Bergmassiven der Alpen und Pyrenäen, den Flusstälern der Loire,
Rhône und Dordogne bis zur Côte d’Azur und den flacheren Regionen der
Normandie und der Atlantikküste.
Sprache
Amtssprache ist Französisch, es gibt viele regionale
Dialekte. In der Bretagne wird z. T. Bretonisch gesprochen, in Korsika
Korsisch, Baskisch ist im Südwesten weit verbreitet.
Religion
83-88% römisch-katholisch; protestantische (2%), muslimische (5-10%), jüdische (1%) und orthodoxe Minderheiten.
Ein Überblick über die einzelnen
Landstriche: Im Norden grenzt die Region Nord-Pas-de-Calais an den
Ärmelkanal und Belgien. Die Landschaft ist flach und touristisch kaum
beachtet, doch stehen hier mit der Kathedrale von Amiens und den
flämischen Arkadenhäusern von Arras Sehenswürdigkeiten ersten Rangs.
Und an der Küste liegen so namhafte Städte wie Dünkirchen, Calais und
Boulogne und der einst mondäne, von den Parisern seit Generationen
geschätzte Badeort Le Touquet-Paris Plage mit seinem kilometerlangen
Sandstrand.
Die Normandie, das Land des Calvados und
Camemberts, ist mit seinen heckengesäumten Wiesen,
Fachwerk-Bauernhäusern, Klosterruinen und stillen Dörfern von einer
friedlichen Schönheit. Seineabwärts liegt die Departmenthauptstadt
Rouen mit ihrer - von Monet oft gemalten - Kathedrale. Nahe der Küste
mit den Stränden, an denen am 6. Juni 1944 die größte Armada der
Weltgeschichte aufkreuzte, kommt man in die Städte Caen und Bayeux, in
denen einst die Normannenherzöge residierten.
In der
Normandie wird man auch immer wieder daran erinnert - nicht nur an
Stränden mit Namen wie Omaha Beach, Utah Beach oder Sword Beach -, dass
dieses friedvolle Bauernland wie keine andere Region Frankreichs unter
den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs zu leiden hatte. In einem
beispiellosen Wiederaufbau wurden die historischen Bauten der
betroffenen Städte rekonstruiert.
Die benachbarte Bretagne
unterscheidet sich in fast jeder Hinsicht von der Normandie. Dort die
ruhigen, dabei unter ihren Landsleuten als leidenschaftlich
prozessfreudig geltenden Normannen - hier die Bretonen, die kein
wikingisches Blut in den Adern haben, sondern keltischer Abstammung
sind. Man sagt ihnen Beharrlichkeit und Geduld nach, aber auch typisch
keltische Wesenszüge wie reiche Phantasie und tiefe Gläubigkeit. Bei
mehr als zwei Dutzend pardons, den alljährlich vom Frühjahr bis zum
Jahresende stattfindenden Wallfahrten, ziehen die Bewohner ganzer
Dörfer in alten Trachten, mit Kreuzen, Bannern und Heiligenfiguren
unter Gesang zu einsam gelegenen Kapellen.
An Felsenküsten
mit Namen wie Côte des Légendes, Côte de Granit Rose und Côte
d'Émeraude, zusammengefasst unter der Bezeichnung Côtes d'Armor, liegen
versteckte Fischerdörfer und kleine Häfen, in denen die Atmosphäre
durchdrungen ist von Legenden.
Wendet man sich dem
östlichen Rand Frankreichs zu, Lothringen und dem Elsass, so lassen
sich Gemeinsamkeiten mit der Bretagne kaum feststellen. Die Bewohner
dieser Regionen verbindet nur, dass sie (heute) in ein und demselben
Land leben. Im Elsass wird Alemannisch ebenso gesprochen wie
Französisch. 1648 Frankreich einverleibt, wurde es nach dem Krieg von
1870/71 deutsch, um 1918 wieder an Frankreich zu fallen. Heute kommen
die Touristen von jenseits der Grenze nicht nur, weil das Elsass so nah
liegt. Mit seinen Bilderbuch-Fachwerkdörfern, der guten Küche, den
Rebhügeln und Weinstuben und nicht zuletzt des Kunstgenusses wegen ist
das Ländchen zwischen Rhein und Vogesen ein Reiseziel fürs ganze Jahr.
Straßburg mit seinem machtvollen Münster ist seit 1949 Sitz des
Europarats. Es beherbergt im hochmodernen Palais de l'Europe neben dem
Europaparlament, das hier jeden Monat für fünf Tage im großen
Plenarsaal tagt, mehr als 1000 Beamte.
Die Reise nach
Burgund ist so etwas wie eine Wallfahrt zu den Wurzeln abendländischer
Kultur. Orte wie Vézelay, in dessen romanischer Kirche Ste-Madeleine
Bernhard von Clairvaux 1146 zum zweiten Kreuzzug aufrief, Beaune mit
dem Hôtel-Dieu und die noch als Ruine majestätische Klosteranlage Cluny
sind unvergessliche Stationen. Und zwischen den Rebhängen der Côte
d'Or, des »Goldhangs« südlich von Dijon, sind es kleine Dörfer mit
großen Namen, die höchste Weinkultur repräsentieren.
Die
Loire ist mit 1020 km Frankreichs längster Fluss. Nur einige Hundert
Kilometer davon haben Geschichte gemacht: als Schlösserregion, in die
aus aller Welt die Touristen strömen. Kenner reisen nicht im Juli oder
August an die Loire, sondern kommen im Frühjahr oder Herbst, und nicht
nur wegen Chambord, Amboise, Chenonceau und anderen Stätten königlicher
Hofhaltung, Feste, Intrigen und Liebschaften, sondern auch wegen der
bezaubernden kleinen Schlösser an den Nachbarflüssen Cher, Indre,
Vienne und Loir.
Anders das Tal der Rhône: Hier verläuft
seit alters her eine der größten europäischen Verkehrsachsen zwischen
Nord und Süd. Lyon, die zweitgrößte Stadt Frankreichs, ist einen Besuch
wert, und das nicht nur wegen einer einmaligen Restaurantszene. Östlich
bis zur schweizerisch-italienischen Grenze erstreckt sich der
Alpenbogen. Dort liegen im Gebiet Rhône-Alpes das dynamische Grenoble,
die berühmten Wintersport- und Kurorte Hochsavoyens.
In
gleichem Maß wie die Mittelmeerküste, und zwar nicht nur die spanische
und italienische, sondern eben auch die Côte d'Azur, zu
Aufmarschplätzen des Massentourismus geworden sind, empfiehlt sich für
den Badeurlaub die französische Atlantikküste zwischen La Baule und
Biarritz. Zu erfinden ist der Tourismus auch hier allerdings längst
nicht mehr: Die Franzosen kommen bereits seit mehr als einem
Jahrhundert in die renommierten Seebäder und kleinen Badeorte.
Wie
alle regional bedeutenden Städte hat Bordeaux sich in den letzten
Jahrzehnten auf eine erstaunliche Weise verjüngt. Dabei haben die
conseils régionaux, die Regionalräte, im Zug der unter François
Mitterrand eingeleiteten Dezentralisierung maßgeblichen Anteil an der
Entwicklung der Regionen, in diesem Fall von Aquitaine. Diese Region,
also der überwiegende Teil des Südwestens, kann in touristischer
Hinsicht als Idyll gelten. Das Périgord etwa ist mehr als das Land der
truffes und der foie gras, der Trüffeln und Stopfleber. Es ist Provinz
im besten Sinn, nämlich von ausgeprägter Eigenart und dabei typisch
französisch durch die Kunst des Savoir-vivre.
Abseits
ausgetretener Pfade oder Touristenstraßen reist man praktisch im ganzen
Midi, vom Baskenland im Westen bis ins Languedoc und Roussillon. Dabei
sind auch Städte wie Pau, Toulouse und Albi zu entdecken, in denen sich
heutiges Leben und eine selbstbewusste Eigenart, nämlich das
Okzitanische, zu einer ganz spezifischen Atmosphäre verdichten. Darin
ist das Midi ebenso typisch wie die Provence, in der das provenzalische
Erbe den Sonne und südliches Licht suchenden Touristen zum wahren
Liebhaber werden lässt, der immer gern wiederkommt.
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